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23. Dezember 2017

Rückblickend einige Pressemitteilungen und Artikel

Mit Freude am Experimentieren
Von Brigitte Quack

„Allerlei Buntes“ ist der treffliche Titel der Ausstellung von Joachim Hell im Kunstforum Baden-Badener Versicherung. Ob man sich die Werke in Mischtechniken, die Acryl- oder die Ölbilder ansieht, man merkt es gleich: Der Saarbrücker Maler hat sich den bunten Farben verschrieben.
Mal hat er sie in grafischer Manier umrandet und in den Dienst der realistischen Wiedergabe gestellt, mal lässt er sie frei über die Leinwand tanzen und kombiniert sie mit einzelnen grafischen Zeichen. Mal lassen sie an die Pop-art denken, mal an Kandinsky oder Gauguin und besitzen dabei doch ihren ganz individuellen Charakter, der neben den starken Farben auch von einer großen Freude am Experimentieren geprägt ist.
Das ist zwar nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, doch es durchwirkt viele seiner Arbeiten und verleiht ihnen eine große Ausdruckskraft.“Das hier war mal eine Tischdecke“ erklärte er vor einem dieser schönen Bilder, die eine nackte Frau in Rückansicht zeigen. Treffsicher umrandet eine helle, beige Kontur einen rosa Körper, dessen Kolorit sich in den Blumen des Hintergrundes wieder findet. Ein ruhiges, harmonisches Bild, das von den guten anatomischen Kenntnissen des Malers ebenso erzählt wie von einem guten Gestaltungsvermögen.
Es gelingt ihm bestens, die unterschiedlichen Materialien so einzubringen, dass sie seinen Werken eine besonders dichte Oberflächenbeschaffenheit und kompakte Präsenz verleihen…

Brigitte Quack
Saarbrücker Zeitung
Artikel erschienen am 11. August 2015

 

Gespür für Kunst
Von Astrid Dörr

Wie vielfältig die Malerei von Joachim Hell ist, können Kunstinteressierte derzeit in der Galerie Miteinander in Schiffweiler auskundschaften.
Es ist ein Spaziergang im Schlepptau der wandelnden Inspiration des Künstlers.
Der Künstler, der sich seit rund 40 Jahren intensiv mit der Malerei beschäftigt, unterstreicht hierbei seine Kreativität und Vielseitigkeit.
„Ich male zyklusmäßig gerade das, wozu mich meine innere Inpiration führt.“
So verfolgt der Künstler keine feste Maltechnik und keinen festen Stil, was die Exponate der Ausstellung unter Beweis stellen. So entstehen phasenweise ausdrucksstarke Landschaftsaquarelle, wechseln mit wunderschönen Collagen in Mischtechnik, teils abstrakt, teils sehr realistisch. Er zeigt außerdem eine ganze Serie von Pop-Art Bildern, mit Szenen aus dem Leben inpirativ in leuchtenden Farben gehalten.
Frauenkörper oder Frauenköpfe im Vordergrund mit geometrischen, geschachtelten Hintergründen fesseln den Betrachter. Nicht minder beeindruckend die Collagen des Künstlers, er schafft es mit diesen Bildern, seine Inspiration auf den Betrachter zu übertragen.
Wie bei Herbstfahrt im Radsport- Radfahrermotive eingerahmt in Herbstlaub und herbstlichen Farben – oder bei der zeitaktuellen Collage „Die Welt gehört denen, die Hirn haben und Stirn bieten“..

Astrid Dörr
Saarbrücker Zeitung Schiffweiler
Artikel erschienen am 21. Januar 2015

 

Abstrakte Blumenmalerei
Autor: Nicole Baronsky-Ottmann
Veranstaltungsort: Heimatmuseum St. Arnual
Zeit: 26. August 2012

Die Ausstellung konzentriert sich nun auf die abstrahierten Blumenbilder von Joachim Hell. Und wenn wir diese Gemälde näher betrachten, so werden wir als Erstes von der starken Farbigkeit der Bilder gefangengnommen. Der Künstler liebt die Farben, das haben alle Gemälde in seinem Werk gemein. Und hier kann er bei dem Motiv der Blumen, Pflanzen und Blüten nun richtig in den Farbtopf greifen. Sie sehen hier leuchtend Gelb- und Orangetöne, kontrastiert mit strahlenden Rottönen und kombiniert mit ruhigeren Grüntönen. Das Motiv des abstrahierten Blumenstraußes erlaubt ihm eigentlich, alle Farben zu nutzen, denn er zeigt uns ja hier nicht nur die Blüten, sondern auch Vasen, in denen die Blumensträuße stehen. Und auch die Vasen sind in verschiedenen Farben und auf die unterschiedlichste Art und Weise gestaltet.
Manche der Blätter hier sind in Aquarellfarben gemalt, andere in Acrylfarben. Die Blumenmotive in Aquarell verlaufen eher ineinander, bilden Farbschlieren oder Farbverläufe, die diese Gemälde zart und duftig machen. Während die Motive in Acrylfarben eber deckend aufgetragen werden. Diese Acryl-Blumen oder auch –Vasen sind dann stark betont, eher plakativ, nicht so zart. Meist aber benutzt er die unterschiedlichen Techniken gemeinsam, gerne um Tusche oder Buntstifte erweitert. Wenn man genau hinsieht, dann erkennt man aber auch, dass er auch noch andere Materialien in seine Werke einarbeitet – nicht immer, aber häufig. Dann finden sich Pappestücke und Sand, deren Strukturen er häufig für die Gestaltung der Vasen nutzt, aber auch Geschenkpapier oder Servietten. Diese sind bunt bedruckt, mit Blumen oder Luftballons. Einzelne Elemente dieser Servietten werden dann ausgeschnitten und in die Gemälde integriert. Das heisst aber nicht, dass er diese aus Papier übernommenen Details nicht auch selbst malen könnte – es ist hier eher die Bereicherung des Materials, die ihn dazu führt. Ausserdem ist auch typisch für ihn, dass diese collagierten Elemente nur in einigen der Gemälde zu finden sind, nicht aber in allen.
Joachim Hell arbeitet diese Blumenbilder eben ganz unterschiedlich. Manche haben gestaltete Hintergründe, auch wenn es sich dabei um gegenstandslose Farbfeldmalereien handelt. Bei anderen besteht der Hintergrund lediglich aus einer kontrastierenden, hellen Farbe. Dann werden einige der Blumenarrangements mit einem ganzen Netz von Linien und kleinen, spielerischen Strichen umgeben.
Auch die Blüten selbst sind nicht immer alle gleich. Einige von ihnen sind botanisch genau zu erkennen und zu bestimmen. Wie die große Mohnblüte, deren einzelne Härchen am Stängel ebenso lebendig wirken, wie die leuchtend Orange-rote Farbgebung. Andere von den leuchtenden Blüten sind dagegen stark abstrahiert und verfremdet. Wenn sie zu erkennen sind, dann handelt es sich häufig um Mohnblumen, Tulpen oder Lilien. Dies sind alles Blüten, die ganz plakative Formen haben. Häufig sind die Blütenformen aber auch der Phantasie des Künstlers geschuldet oder dem Zufall, je nachdem wie die Farben ineinander verlaufen oder sich voneinander abgrenzen. Gerade diese Blüten haben dann interessante Formen, sie wirken wie Spiralen, haben Schneckenformen, einzelne Knospen sind in zerlaufenden Sternenformen ausgeführt, andere wiederum eher wie Augenpaare. Außerdem kann passieren, dass er einzelne Blüten nachträglich nochmal genauer markiert, indem er ihnen nachträglich noch mit einem Stift Konturen gibt, oder nachträglich ihre Formen nochmal herausarbeitet. Und wenn Sie sich umschauen, dann sehen Sie, dass sich einzelne Phantasie-Blütenformen dann auch wiederholen, in unterschiedlich abstrahierter Form.
Ein abstrahierter Blumenstrauß ist eben nicht wie der andere. Hier kann Joachim Hell seinem Drang nach bunten Farben, starken Farbkontrasten und verschiedenen Techniken wunderbar nachkommen. Manches ist verspielter, manches dafür stärker abstrahiert, anderes wiederum näher an der natürlichen Vorlage. All diese Gemälde, sind voller Leben und Lebensfreude, die das Herz und das Auge erfreuen.
Manchmal steht man in Ausstellungen ja vor Werken, die zwar interessant und spannend sind, mit denen man sich aber nicht jeden Tag zuhause umgeben will. Hier ist das anders. Denn die Gemälde von Joachim Hell sind leuchtend, lebensfroh, sehr ästhetisch und auch dekorativ. Was will man mehr…?

Nicole Baronsky-Ottmann, M. A.

 

Phantastische Naturereignisse
Autor: Nicole Baronsky-Ottmann
Veranstaltungsort: Sparkasse Saarbrücken
Zeit: 04. Oktober 2010

Die Ausstellung heute konzentriert sich nun auf Phantasielandschaften von Joachim Hell. Und wenn wir diese Gemälde nun näher betrachten, so werden wir als Erstes von der starken Farbigkeit der Bilder gefangengnommen. Der Künstler liebt die Farben, das haben alle gezeigten Gemälde hier gemein. In den Landschaften sind es natürlich besonders die Grün- und Blautöne, die seine Arbeiten dominieren. Grün- und Blautöne in allerhand unterschiedlichen Abstufungen, von helltürkis bis mitternachtsblau. Allerdings sehen Sie auch kräftige Rot-, Rosa- und Brauntöne in einigen der Gemälden, mit denen er einen starken Farbkontrast schafft. Diese wenigen rotfarbigen Akzente heben sich in der Ausstellung heraus, bilden einen reizvollen Kontrast zum dominierenden Blau-Grün. Das macht die Gemälde bunt, farbintensiv und strahlend.
Als Motiv bevorzugt Joachim Hell zur Zeit die Landschaft. Dabei handelt es sich übrigens nie um eine topographisch genaue Wiedergabe einer Landschaft, auch sieht man den Werken an, dass sie nicht vor Ort entstanden sind. Nein, hier handelt es sich um Landschaften, die in der Phantasie des Malers entstanden sind, und die im Atelier auf die Leinwand gebracht werden. Es ist immer eine inszenierte Landschaft, dramatisch dargestellt, mit Wasserlauf, Wasserfall und in unnatürlich-starken Farben. Eigentlich kann man sagen, es handelt sich hierbei um eine ideale Landschaft, wie man sich eine Quelle im tiefen Wald oder einen Wasserlauf in den Bergen vorstellt. Es sind auch keine Landschaftsausblicke, die er einfängt, sondern eher kleine, verborgene Orte. Diese Art von Landschaften existiert nur in der Phantasie oder in Träumen, bzw jetzt auch hier auf Leinwand und Papier. Zu dieser Art der Dartstellung des inszenierten Naturbildes passen die sehr kräftigen Farben Blau und Grün, die wir hier sehen.
Die Reduktion auf diese Farben ist der eine Spannungsmoment in den Gemälden von Joachim Hell. Der andere Spannungsmoment sind die häufig unrealistischen Details, die er in diese Landschaften einsetzt. Wenn Sie sich nun umschauen, dann entdecken Sie, das können mal übergrosse Blätter sein, deren Blattadern dann ganz genau herausgearbeitet werden, und die in keinem Größenverhältnis zum Rest des Motivs stehen. Es kann aber auch eine zu groß geratene Irisblüte sein, die über dem Wasser steht. Oder es sind Tierchen wie Libellen, Frösche oder ein überdimensionierter Marienkäfer, der von einem viel zu kleinen Dompteur gezähmt wird. Diese auch sehr genau und detailliert gemalten Motive erhalten dann in den Gemälden einen exponierten Platz. Oder es sind ganz unnatürliche Wesen, wie Quellnymphen, Waldgeister, Trolle oder der kleine Momo, der die Irisblüte betrachtet. In diese surreale Richtung weisen auch die grossen Gesichter in den Gemälden, die in die Strukturen der Landschaften eingefügt werden. Diese Gesichter übersieht man teilweise auf den ersten Blick, da ihre Darstellung in die Landschaftsstrukturen übergeht. Ein weiteres surreales Moment sind die Grössenverhältnisse der Motive. Häufig sind die realistisch gemalten Details nämlich viel zu groß geraten, wie zum Beispiel nochmal beim Marienkäfer-Dompteur. Das verunklärt zwar den Realitätsbezug der Gemälde, aber diese surrealistischen Elemente geben den Landschaftsdarstellungen dafür etwas Spielerisches, Leichtes, Kindliches. Man fühlt sich an Bilder aus Kinderbüchern erinnert, an eine Traumwelt, die weit weg ist, aber doch noch vertraut ist.
Joachim Hell arbeitet gerne in Serien, wie Sie hier auch sehen können. So ist eine Serie dem Motiv der Bergwelt verpflichtet, eine andere Motivreihe findet sich in der detaillierten Tierwelt wieder und eine weitere Serie sind die kleineren Arbeiten von ihm. Diese kleineren Arbeiten sind übrigens auf Papier gemalt und gerahmt. Und auch hier finden sie die liebevollen, kleinen, realistischen Motive wieder, die in die Landschaft eingesetzt werden. Aber Achtung, hier sind die Motive collagiert, dh nicht von Hand gemalt. Allerdings kann man gerade im Vergleich zu den tatsächlich von Hand gemalten realistischen Motiven in den grösseren Gemälden sehen, wie genau und zeichnerisch ausgereift er diese kleinen Motive von der Hand gehen.
Die Malgründe der Gemälde sind übrigens selten glatt, denn Joachim Hell hat eine Vorliebe für Strukuren. Allerdings fügt er hier keine fremden Materialien in seine Gemälde ein, die Strukturen stammen alle von der Farbe und dem Farbauftrag. Denn er aquarelliert, übermalt, stupft mit dem Pinsel oder akzentuiert mit der Farbe Weiß. Dies hinterlässt dann natürlich auch Spuren im Farbauftrag und zeugt von der Dynamik der Ausführung. Farbflächen und Farbbahnen erhalten so Strukturen, die sie umso lebendiger wirken.
Es sind Gemälde, die gefangen nehmen und den Betrachter in eine Zauberwelt entführen…

Nicole Baronsky-Ottmann, M. A.